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Sans Soleil - Unsichtbare Sonne streamen

Originaltitel: Sans soleil
1983 Film Frankreich Drama, Documentary 100 min Ab 18
Von: Chris Marker Mit: Arielle Dombasle, Riyoko Ikeda, Kim Novak, Amilcar Cabral, Charlotte Kerr

In seinen filmischen Essays hat der Franzose Chris. Marker aufgezeigt, welches Potential an Fiktion in jedem Dokument steckt. Auch Lyrik gibt es, im Kino, und die Erinnerung, das sind Bilder. Eine von Chris. Markers wunderbaren Erinnerungsarbeiten heisst «Sans Soleil», ist 1983 herausgekommen und hat ihren Titel von Mussorgski entlehnt. Denn Filme sind wie Musik: Sie entfalten sich in der Zeit. Sich Zeit nehmen, das ist eine Kunst, erst recht im Zeitalter der digitalen Hektik und Beliebigkeit. Auf japanische Art beten, beschreibt Marker in «Sans Soleil»: Ein Gebet, das sich ins Leben einfügt, ohne es zu unterbrechen. Wie ein guter Film. Marker nimmt sich Zeit für die Bilder, begleitet sie in seinen Filmessays mit Kommentaren, die literarisches Format haben, und bindet uns ein in einen Prozess der Wahrnehmung. Seine Texte schaffen die unterschiedlichsten Spannungen, indem sie das Bild, zu dem sie gehören, mal ganz direkt begleiten, mal sind sie vorausgeeilt, mal liefern sie die Erklärung hintennach. Mal heben sie unmerklich ab, mal graben sie sich ein. «Wie kann man sich an Durst erinnern?» fragt der Kommentar, und im Bild sehen wir eine Afrikanerin auf einem Flussboot. Das Bild wird angehalten, eingefroren. Von Anfang an war ein Tropfen hörbar, ein Geräusch, das auch später immer wieder aufgenommen wird. In einer zunächst kühnen Assoziation schneidet Marker auf den japanischen Penner, der den Verkehr an einer vielbefahrenen Kreuzung regelt und sich damit «an der Gesellschaft rächt». Auch er kennt den Durst, aber in seiner «Erinnerung» ist es das Verlangen nach Sake. «Hitchcock hatte nichts erfunden, alles war da.» Zu dieser Erkenntnis kommt der «Vertigo»-Bewunderer Marker in «Sans Soleil». Auch die Fiktion war immer schon das, was da ist - erst in den vergangenen Jahren hat sie begonnen, in virtuelle Räume vorzudringen, und wenn es eine neue Entwicklung gibt, dann jene technische: Im virtuellen Raum ist materiell nichts Existent und doch alles da. Marker hat 1983 bereits über die elektronisch generierten und verfremdeten Bilder nachgedacht, anhand des Computerkünstlers Hayao Yamaneko, der die existierenden Bilder elektronisch bearbeitet: «Wenn die Bilder der Gegenwart sich nicht ändern, die Bilder der Vergangenheit ändern.» Mit der Zone in Andrei Tarkowskis «Stalker» hat Marker die Computerarbeit damals verglichen. Bewegen wir uns am Ende aus Zeit und Raum? Ein grossartiges Essay zur Wahrnehmung und zur Erinnerung. Geben wir Chris. Marker das letzte Wort: «Die Sache, die den meisten von uns fehlt, und vor allem den Cineasten, ist die Zeit. Die Zeit zu arbeiten, aber auch vor allem, nicht zu arbeiten. Die Zeit zu reden, zuzuhören und vor allem, zu schweigen. Die Zeit zu Filmen und nicht zu filmen, zu verstehen und nicht zu verstehen, erstaunt zu sein und zu warten aufs Erstaunen, die Zeit zu leben.» Walter Ruggle

Filmium-Rating
77%

Festival-Auszeichnungen

Visions du Réel 2021
Auswahl:
Guest of Honour Emmanuel Carrère
Berlin International Film Festival 1990
Auswahl:
Retrospective 1990
Rotterdam International Film Festival 1984
Auswahl:
IFFR Selection
Berlin International Film Festival 1983
Nominierungen:
Competition (out of competition) 1983
International Documentary Filmfestival Amsterdam 1982
Auswahl:
IDFA Archive

Stimmung

Experimentell
Melancholisch
Nachdenklich
Reflektierend

Besetzung & Crew

Chris Marker
Arielle Dombasle
Kim Novak
Charlotte Kerr
Alexandra Stewart
Amílcar Cabral
Florence Delay
Riyoko Ikeda
Amilcar Cabral
Chris Marker (Regisseur)
Fiktiver Erzähler
Fiktiver Kameramann
Regieassistenten
Sandor Krasna (Briefeschreiber)

Adaptation

Basiert Auf Buchstaben
Experimenteller Aufsatz

Budget

Niedriges Budget

Cinematic Technique

Archivmaterial
Colorisierte Bilder
Nicht Synchroner Ton
Stummfilm
Videosynthesizer

Film Movements

Experimenteller Film

Narrative Structure

Abstrakt
Buchstabenbasierte Erzählung
Collage
Nicht-Linear

Pace

Langsam
Nachdenklich
Reflektierend

Soundtrack

Ambient-Soundtrack
Moog-Synthesizer

Stil

Aufsatzfilm
Dokumentarfilm
Essayfilm
Experimentell

Time-Period

1980Er

Central Conflict

Gedächtnis Und Wahrnehmung
Kulturelle Darstellung

Characters

Fiktiver Kameramann Sandor Krasna
Weibliche Erzählerin

Ending

Mehrdeutig
Reflektierend

Historical Context

1980Er
Globale Reise
Postkoloniales Afrika

Key Plot Points

Briefe Vom Kameramann
Meditationen Über Die Zeit
Visueller Schnitt

Plot

Erforschung Des Gedächtnisses
Globale Geschichten
Kulturelle Kontraste
Meditation Über Erinnerung
Subjektive Erfahrung
Visuelle Montage

Setting

Guinea-Bissau
Island
Japan
Kap Verde
Paris
San Francisco

Shooting Location

Guinea-Bissau
Island
Japan
Kap Verde
Paris
San Francisco

Thema

Erinnerung
Gedächtnis Und Wahrnehmung
Globale Vernetzung
Kulturelle Identität
Subjektivität
Wahrnehmung

Genre

Aufsatzfilm
Dokumentarfilm
Essayfilm
Experimentell

Zuschauerschaft

Arthouse-Publikum
Dokumentarfilm-Enthusiasten
Enthusiasten Für Experimentelle Filme
Experimentelles Kino
Filmwissenschaftler
Philosophische Zuschauer

Titel

Ohne Sonne
Sans soleil
Sans Soleil - Unsichtbare Sonne
Sun Less
Sunless
Utan sol
Without Sun
Без солнца

Awards

Beste Dokumentarfilm Rangliste

Critical Reception

Einige Kritiker Finden Es Verwirrend
Gemischte Kritiken
Kritisch Gelobt

Popularity

Einflussreich Unter Kunstfilmen

Rezeption

Beste Dokumentationen
Beste Filmlisten
Einflussreich
Gemischte Bewertungen
Kritisch Anerkannt
Kritischer Beifall

Production Countries

Frankreich

Release Year

1983
mowizz ID: b21cc72a-5eab-471c-bf36-47f065b8b2cf
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