Die Regeln für Kleidung unterscheiden sich weltweit, doch im Spannungsfeld zwischen religiösen Normen und modischen Ausdrucksformen entstehen neue Dynamiken. Siba Shakib begleitet Designer, die sich an die Regeln der Religion halten und deren Kreationen trotzdem oder gerade deshalb würdig sind, auf internationalen Modenschauen präsentiert zu werden. Ob Niqab, Hijab, Shayla oder al-Amira … der Schleier als Beispiel muslimischer Kleidung ist immer doppeldeutig: als Kontrollinstrument, als religiöses Zeichen und zugleich als modisches Detail, als Ornament, dessen Schönheit zählt. Die iranischstämmige Regisseurin Siba Shakib führt in die islamische Mode – die „Modest Fashion“ ein. Hinter den traditionellen Kopfbedeckungen geht sie der Frage nach, wie es sein kann, dass Frauen im Westen immer sexy sein sollen und Frauen im Nahen Osten überwiegend bedeckt sind. Es geht um Schönheit, um Macht und um Männer. Vor allem aber geht es um islamische Frauen und den neuen Modetrend, mit dem sie jahrhundertealte Traditionen und Gesetze auf den Kopf stellen. Modest Fashion. Wie soll das zusammenpassen? Der Film MADE IN ISLAM begleitet Akteurinnen dieser Entwicklung in Ländern wie Indonesien, Iran und Ägypten. Regisseurin Siba Shakib dokumentiert die Arbeit von Designerinnen, Influencerinnen und Unternehmerinnen, die unter anderem mit Niqab, Shayla oder Hijab bewusst spielen und dabei Identität, Glaube und Selbstbestimmung verhandeln. Die Kamera bleibt nah an den Protagonistinnen, ohne zu bewerten oder zu kommentieren. Auch westliche Marken wie Dolce & Gabbana oder Zara greifen Elemente der sogenannten Modest Fashion längst auf. Die Dokumentation liefert damit Einblicke in ein Phänomen, das sowohl gesellschaftlich als auch ökonomisch Bedeutung gewonnen hat.



